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Tomaten

So gelingt Dir die Tomatenanzucht ganz leicht!

9 von 10 Tomatensamen gehen bei mir in der Regel auf und wachsen gut an. Wie das bei mir problemlos geht, verrate ich Dir im folgenden Beitrag gerne. Denn auch Du sollst mit einer Tomatenfülle beschenkt werden!

Kennst Du das: Du freust Dich schon, die ersten Keimlinge aus dem Boden spitzeln zu sehen, aber nichts passiert?! Woche um Woche kein Erfolg. Das kann anders sein! Ich leihe Dir meinen grünen Daumen!

Tomaten, Tomatenanzucht, Tomatensetzlinge
Diese Tomaten habe ich Ende Februar gepflanzt. So sehen sie dann am 9. April, also knapp 6 Wochen später aus! Manche sind schon fast 40 cm groß – also “klein” ist das nicht! Die Gartensaison kann kommen und ich habe große, robuste Setzlinge.

Tomaten brauchen die richtigen Vorraussetzungen

Sowohl der Aussaatzeitpunkt, die Temperatur, die Erde, die Lichtverhältnisse, die Saatgutqualität, die Lagerung der Samen bis hin zum Mondkalender gibt es wichtige Punkte, die ihr beim Pflanzen der Sämerei kennen solltet. Aber fangen wir einfach mal an … .

Aussaatzeitpunkt

Für mich persönlich ist das Zeitfenster zwischen Ende Februar (späte oder mittelfrühe Sorten) und spätestens Anfang April (für frühe, schnelle Tomatensorten) für die Aussaat perfekt. Ihr habt richtig gelesen: ich unterscheide auch noch zwischen den Reifezeiten der verschiedenen Sorten.

Warum? ✅Ganz einfach erklärt: ich pflanze die Tomaten später ausschließlich im Freiland oder im Kübel. Diese sollten frühestens ab den Eisheiligen, circa Mitte Mai, ins Freie umgesetzt werden. Die Reifedauer der Tomaten ist abhängig von der Sorte und von der Temperatur.

Sie liegt bei frühen Sorten, wie beispielsweise einer Cherrytomate, zwischen 55 und 70 Tagen. Sehr späte Sorten sind erst 90 Tage nach der Befruchtung reif. Zusätzlich gilt ;-): je größer die Früchte einer Sorte, desto länger braucht die Reifedauer.

☝ Daher verschaffe ich den langsamen Sorten einen “Wachstumsvorsprung“, indem ich sie bereits Ende Februar pflanze, bei den schnell wachsenden reicht es aus, diese Ende März/Anfang April zu setzen, da sie ohnehin schnell tragen und Früchte produzieren. (Heißt: große, dicke, langsam wachsende Tomaten pflanze ich bereits im Februar aus, schnell reifende Cocktailtomaten oder frühe Tomatensorten reichen spätestens Anfang April auch noch).

Tomaten, Tomatenanzucht
Diese Tomaten sind am 28. Februar – gesät worden. So sehen sie nach 5 Wochen (7. April aus). Echt groß und kräftig, oder? Ich bin mir sicher … diese Tomatensetzlinge WERDEN SUPER!

Aussaaterde

Ich persönlich setze auf Aussaaterde bei der Aussaat. Sie ist zwar etwas teurer (zwischen 7 und 13 € der Sack), aber die Vorteile liegen auf der Hand:

  • sie ist weitgehend keim- und sporenfrei
  • sie enthält wenig Nährstoffe
  • sie ist luftig und speichert Wasser

Ich denke, die Vorteile erklären sich jetzt schon von selbst. Die keimfreie Erde bietet den empfindlichen Jungpflanzen eine ideale, gesunde Kinderstube.

Zusätzlich lösen die geringen Nährstoffe ein verstärktes Wurzelwachstum aus, da sich die Setzlinge die wenigen Nährstoffe sozusagen “suchen” müssen – dadurch wächst ein dichtes Wurzelnetzwerk heran.

Das gespeicherte Wasser in der Aussaaterde hält die Samen und späteren Setzlinge wiederum schön feucht, was einem guten Wachstum dient. Die Vorteile der Aussaaterde sind für mich absolut überzeugend und ich habe seit Jahren beste Erfolge mit dieser Erde.

Wurzelgeflecht eines Tomatensetzlings
So schön durchwurzeln die Tomatensetzlinge die Aussaaterde. Nun ist es wirklich höchste Zeit, die Pflanzen zu vereinzeln!

Saatgutqualität und Lagerung

Tomatensamen sind tatsächlich sehr, sehr viele Jahre keimfähig, vorrausgesetzt sie sind richtig genommen, getrocknet, verpackt und gelagert worden.

Hättet ihr das gedacht? Tomatensamen können bis zu 10 Jahren keimfähig sein.

Quelle: http://www.selbstversorgt.de

Ich nehme mir gerne etwas Zeit die Kundenbewertungen beim Kauf zu lesen. Denn oft erkennt ihr schnell, ob es glückliche 🙂 oder frustrierte 🙁 Gartenkunden sind ! ‼ Finger weg, wenn es zu viele schlechte Meinungen mit dem Saatgut gibt!

Daher solltet ihr unbedingt darauf achten, gutes Saatgut zu kaufen, sonst lohnt sich die Mühe wirklich nicht (übrigens: oft habe ich von privaten Anbietern bestes, keimfähiges Saatgut erhalten, aber von manch großer Firma geht kaum etwas auf. Also: die Marke ist nicht immer ein Qualitätsmerkmal).

Auch wenn Eure Samen schon Jahre alt sind, muß dies kein Problem sein! Hauptsache, ihr habt sie richtig gelagert.

Wie? ☝ Ganz einfach: trocken, dunkel, kühl. Vielleicht sinkt die Keimrate über mehrere Jahre Lagerung etwas, aber wie ihr ja eben schon gelesen habt: Tomatensamen können auch noch nach 10 Jahren keimen. Sagenhaft, oder?

Tomatensamen keimen
Auch ältere Tomatensamen keimen durchaus noch. Vielleicht habt ihr nicht mehr eine immens hohe Keimrate wie bei frischem Saatgut, aber oftmals ist es auch – nach Jahren – kein Problem. Aber: die Saatgutqualität und die Lagerung sollte gepasst haben!

Gebt den Tomatensamen einen Turbobust – ODER: der Schlüssel für ungeduldige Gärtner!

Tatsächlich bin ich manchmal ungeduldig – das gilt auf für mein gepflanztes Saatgut. Ich möchte sehen, ob es etwas taugt oder ich lieber meine Zeit für andere sinnvolle Dinge verbringen sollte. Daher: gutes Saatgut sollte schnell aufgehen und keimen! Ich liebe schnelle Erfolge – Du auch?

Wenn Du auch ungeduldig wie ich bist … habe ich einen Turbobuster für Deine Tomatensamen parat!

Es hört sich erstmal unspektakulär an, ist aber wirklich ein mega Beschleuniger: warmes Wasser oder Kamillentee!

Lege Dein Saatgut über Nacht in warmes Wasser ein – bei mir sind es nicht selten bis zu 24 Stunden (ich arbeite ja auch ganz nebenher noch 😉 ) – oder für einige Stunden im lauwarmen Kamillentee.

Manche Tomatenfreunde befeuchten auch ein Küchenkrepp ordentlich mit warmen Wasser und legen darin die frischen Samen ein – geht auch, das ist mir nur zu aufwendig, falls das Krepppapier zu trocken wird (… denn dann trocknen die Samen aus => das ist absolut nicht gut für die Samen und die Samen kleben am Küchenkrepppapier fest!).

☝ Daher mache ich es so: Ein Wasserglas, eine Tasse oder eine Müslischale mit warmen Wasser gefüllt, Samen hinein und über Nacht (maximal 24 Stunden) auf die warme Heizung gestellt, fertig! Am nächsten Tag pflanze ich die eingeweichten Tomatensamen sofort in Aussaaterde ein.

Vorteil: Deine Tomaten keimen – wenn der Rest passt – innerhalb weniger Tage. Kein langes Warten auf Deinen Erfolg, sondern Du kannst beim Keimen & Wachsen der Tomatenpflänzchen fast zusehen. Rasante Wachstumserfolge. ZEIT GESPART!

Tomatenpflanzen, eine Woche alt, Setzlinge, kleine Tomaten
Innerhalb einer Woche keimen Tomaten bei mir so … !

Pflanzzeit – wie wird der Samen richtig gepflanzt?

Ihr füllt eine Schale mit der oben erwähnten Keimerde / Aussaaterde und legt die Tomatensamen auf der Oberfläche aus. Nun bedeckt ihr das Saatgut mit circa ✏ 0,5 bis 1 cm Aussaaterde und drückt alles leicht fest.

Tomatensamen sind Dunkelkeimer. Daher müssen sie mit Erde bedeckt werden!

Anschließend vorsichtig mit lauwarmen Wasser angießen. Eine Abdeckung auf die Pflanzschale geben (oder Frischhaltefolie), falls ihr kein Zimmergewächshaus habt. Dadurch haltet ihr die Feuchtigkeit und Temperatur im Pflanztopf – und die Samen keimen schnell!

Salatschale als Gewächshaus
Solche Salatschalen eignen sich optimal als Mini-Zimmergewächshaus 🙂 ! Ich sammle das ganze Jahr diese kostenlosen Wegwerfschalen, die bei mir ein zweites Leben bekommen.

Temperatur und Feuchtigkeit – ein absolutes MUSS für die schnelle Keimung!

Gärtner reden vom “gespannten Klima“, das vorhanden sein soll. Aber was meint man damit? Im Grunde sollte in einem geschlossenen Behälter eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme, knackige Temperaturen vorherrschen.

☝ Stellt Euch einfach ein Treibhaus vor, das funktioniert genauso! Da die Tomaten am Besten bei 20 bis circa 24 Grad keimen, solltet ihr auf konstante Temperaturen in den nächsten 2 Wochen achten.

Aber bitte täglich lüften nicht vergessen! Also immer wieder mal (2-3 x täglich): Haube ab und normale Luft ins Mini-Gewächshaus lassen!

Zimmer Gewächshaus
Hier seht ihr gut, was mit “gespanntem Klima” gemeint ist: warme, feuchte Temperaturen – fast wie im Dschungel 😉 – dann geht die Keimung doppelt schnell!
Alternativ nehmt ihr Pflanzschalen – falls ihr kein kleines Zimmer-Gewächshaus habt – und packt die Anzuchtschale / den Blumentopf mit den angegossenen Samen in Zippertüten. Oben verschließen – und warm stellen. Eben wieder ein “gespanntes Klima“! Täglich lüften bitte nicht vergessen, sonst könnte die feuchte Erde schimmeln!

Apropos: konstante Temperatur zum Keimen von Saatgut

☝ Übrigens …, ich habe mir den Luxus einer automatischen Pflanzheizmatte gegönnt – eine feine Sache! Ich ziehe jährlich viiiiiieeele Tomaten und andere Pflänzchen für den Garten, da lohnt diese Anschaffung absolut!

Ich stelle bei der beheizten Pflanzmatte lediglich die gewünschte Temperatur ein, bringe den Temperaturfühler in der Erde des Pflanzbehälters an, parke alle Saatguttöpfe auf der warmen Matte und “schwupps” bekommt das Saatgut richtig warme Füße! Das kurbelt die Keimung so richtig ordentlich an!

Bei mir habe ich für die Keimung der Tomaten übrigens 26 Grad eingestellt, das funktioniert super gut. Allerdings solltet ihr keinesfalls 30 Grad bei der Tomatenanzucht überschreiten, dann wird ihnen zu heiß!

Heizmatte mit Thermostat

Und wie geht’s dann mit den gekeimten Tomatenpflanzen weiter?

Du hast jetzt den ersten, größten Schritt geschafft: der Same ist gekeimt und die Pflanze ist zum Leben erwacht. Chapeu! Freut Euch, denn das gelingt so manchem Hobbygärtner nicht oder nur mit mäßigem Erfolg, wie ich oft lese!

Jetzt habt ihr einen kleinen Tomatenzögling, der nur noch richtig – durch die Kinderzeit – begleitet werden muß, bis er ordentlich Früchte trägt. Jetzt heißt es: alles richtig machen – denn wenn ihr es is zu den Tomatenzöglingen geschafft habt, schafft ihr es auch bis zur Frucht!

Yeah, die Samen sind gekeimt! Du bist definitiv schon ziemlich weit!

Wie geht es dann mit den Tomatenkeimlingen weiter?

Erstmal sind es jetzt kleine Keimlinge, ja – sozusagen: “frisch geboren und zum Leben erwacht”. Aber sie werden in Kürze ordentlich wachsen und an Größe und Umfang gewinnen – warte es ab und mache es richtig! Wie Du vom frisch gefeierten Keimling zum robusten Setzling gelangst, verrate ich Dir in meinem nächsten Beitrag gerne, denn – es ist kein Hexenwerk und es kann auch Dir gut gelingen! Mit ein wenig Tomaten-Know-How schaffst Du das ohne Weiteres!

Tomaten, Tomatenanzucht, Setzling, Tomatensetzling
So sieht meine Tomatenaussat nach 2 bis 3 Wochen aus. Warme Temperaturen und heller Platz am Fenster sind natürlich täglich sicher!

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So sieht mein Tomaten-Dschungel inzwischen nach 8 Wochen aus. Viele Pflanzen sind bereits 40 bis 50 cm groß und die ersten Setzlinge beginnen zu blühen. Beeindruckend, oder? Ich verrate Dir gerne, wie es geht und worauf Du achten solltest – im folgenden Beitrag über Tomatensetzlinge 😉

Bitte teile Bellagarten weiter! DANKE!

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